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PDF/UA Dokumente prüfen

Bildmonatge für einen Artikel zur Prüfung von PDF/UA Dateien

Inzwischen wird von immer mehr Auftraggebern gefordert, dass Mediendienstleister barrierefreie PDFs erstellen müssen – oft als Ergänzung zum Druck PDF, um einen alternativen, einfachen Zugang zu den Informationen auf Webseiten zu schaffen. Dabei wird von den Auftraggebern selten, auch schon mal sehr abenteuerlich oder gar nicht definiert, was sie genau darunter verstehen. Das spiegelt sich dann auch in vielen Ergebnissen wieder: PDFs die nach vielen vermeintlichen Anleitungen und Tipps aus dem Internet zusammen gestrickt sind. Das abgelieferte barrierefreie PDF wird auch in den seltensten Fällen durch eine fachliche Prüfung abgenommen – weder durch Auftraggeber, noch Auftragnehmer. Kein Wunder, wenn man nicht oder schlecht definiert, was man haben will.

Genau aus diesem Grund wurde 2012 ein PDF-ISO-Standard (inzwischen auch DIN-Norm) für barrierefreie PDF Dokumente erstellt: PDF/UA.
Genau wie PDF/X in der Druckvorstufe definiert PDF/UA, wie barrierefreie PDFs beschaffen sein sollen. Rumgesprochen hat sich dieser Standard allerdings noch nicht bei vielen Auftraggebern, deren Anforderungen laufen PDF/UA teilweise zuwider, fordern Anderes oder darüber Hinausgehendes. Hier sollten Agenturen unbedingt eine Beratungsfunktion übernehmen. Hauptargument dabei aus Kundensicht ist im Regelfall die Kostenersparnis: Standardkonforme Daten lassen sich einfacher erstellen und viel einfacher prüfen, denn es gibt klare Prüfregeln, die abgearbeitet werden können.

Vor dem Erscheinen des PDF/UA Standards waren nur einige Softwareentwickler im Bereich der barrierefreien PDFs aktiv. Deren Software war aber eben nur nach gutem Gewissen geschrieben, nicht immer kompatibel zu anderen Produkten. Ohne Referenz (was ein Standard eben ist) gibt es nun mal kein Richtig oder Falsch (ein Horror für einen Programmierer) und jeder kann machen, was er will. Wenn der Ersteller nach anderen Verfahren und Maßstäben arbeitet, als der Prüfer, dann geht das selten gut.

Mit dem Erscheinen der PDF/UA-Norm gab es nun aber erstmals für Softwarehersteller die Möglichkeit Programme zu entwickeln, welche auf Basis einer einheitlichen Norm, nämlich PDF/UA, PDF-Daten erstellen und eben auch Daten auf ihre Standardkonformität prüfen.

Der Weg zum PDF/UA

Meines Wissens nach gibt es aktuell kein Autorenprogramm, welches nativ PDF/UA-Dateien ausgeben kann. Einige Autorenprogramme unterstützen immerhin einige Funktionen, beispielsweise das Ausgeben von getaggten Dokumenten, eine wichtige Grundlage für barrierefreie PDFs (Übersicht: http://www.pdfa.org/2013/06/werkzeuge-fur-die-pdfua-erstellung/?lang=de).

Bis heute nutzen deswegen viele Dienstleister Adobe Acrobat zur Wandlung normaler PDFs in barrierefreie Dokumente – diesen Weg kann ich allerdings nicht empfehlen, er ist fehleranfällig und recht uneffektiv. Nutzen Sie besser Plugins für die Autorenprogramme, beispielsweise axaio MadeToTag für InDesign oder axesPDF für Word. Diese bilden die beste und bei weitem effizienteste Grundlage für die Ausgabe von barrierefreien PDFs, direkt aus den Autorenprogrammen – und das ohne langwierige Nacharbeit.

Wie auch immer sie nun also Ihr barrierefreies PDF/UA erstellt haben, sie sollten auf jeden Fall prüfen, ob die Datei valide ist, also dem Standard entspricht. Für alle die Druckdaten nach PDF/X erstellen, ist eine solche Prüfung seit Jahren Praxis, denn Datenfehler erst nach dem Druck zu erkennen, kann sehr ärgerlich sein.

Die Prüfung

Die PDF/UA-Norm unterteilt die Prüfung in zwei grundlegende Bereiche:

  1. Anforderungen die durch ein Programm geprüft werden können,
  2. Anforderungen die durch menschliche Interaktion geprüft werden müssen.

Technische Pürfung mit PAC

Für den ersten Teil, die technische Prüfung von PDF/UA, gib es seit letztem Jahr den kostenlosen PDF Accessibilty Checker, kurz PAC, in der Version 2.

Das Verfahren der Prüfung ist hier recht einfach: PDF Datei laden, dann die Prüfung starten.

Auswahl zum Prüfen von Dateien im PAC

Im Detail werden nun 87 Fehlerbedingungen geprüft, beispielsweise ob ein Bild einen Alternativtext hat. Ist die Prüfung abgeschlossen, wird das Ergebnis präsentiert – gerade beim Einstieg in die Thematik der barrierefreien PDFs, gibt es hier noch oft Fehler bei der Prüfung.

Fehler nach Prüfung im PAC

Die Fehleranzahl wird dann, gegliedert nach verschiedenen Bereichen, angezeigt. Den Problemen auf den Grund geht man am besten, in dem man einen Blick in den Report wirft. Hier werden alle Fehler detailliert aufgelistet und über eine Art Navigator kann man direkt zu allen Problemstellen springen.

Fehlerreport im PAC

Mit diesem Wissen sollte es dann zurück in das Quellprogramm gehen, wo die Fehler beseitigt werden müssen. Kleine Fehler die man nicht im Quellprogramm reparieren kann, lassen sich auch in Acrobat beheben, mit allen Tücken die das Programm bietet. Dieses Roundtripping sollte man so lange machen, bis die Prüfung durch PAC erfolgreich ist und gibt es einen grünen Haken gibt, das PDF ist aus technischer Sicht damit eine korrekte PDF/UA-Datei.

Erfolgreiche Prüfung im PAC

Neben der technischen Prüfung von PDF-Dateien, bietet PAC auch noch ein paar interessante Optionen im unteren Programmbereich unter Tools. Am interessantesten dürfte für die meisten die Screenreaderpreview sein, hierbei werden alle Tags inklusive ihrer Rollen, wie auch die Reihenfolge dargestellt. Alternativ kann man hierfür auch das Acrobat Plugin pdfGoHTML nutzen.

Screenreaderpreview im PAC

Manuelle Prüfung mit dem Matterhorn Protokoll

Eine technisch einwandfreie PDF/UA Datei muss aber noch lange nicht barrierefrei sein. Denn Vieles lässt sich einfach nicht durch einen Computer prüfen. Ist ein Alternativtext für ein Bild sinnvoll, stimmt die Reihenfolge der Inhalte? Für derlei Kriterien gibt es dass Matterhorn Protokoll, in dem verschieden Prüfpunkte aufgelistet sind.

Nach erfolgreicher Prüfung durch den PAC kann man sich der Abarbeitung des Protokolle widmen und Seite für Seite alle Kriterien prüfen, die zur Kategorie Mensch gehören.

Auch hier gilt: Bei Problemen am besten zurück zur Ursprungsprogram.

Fazit

Wenn man mit Hilfe von PAC und dem Matterhorn Protokoll die Daten erfolgreich geprüft hat, dann liegt ein valides PDF/UA vor, was man Guten Gewissens dem Kunden liefern kann. Am Anfang läuft der Prozess meistens noch nicht so glatt, aber wenn Sie sich an Ihre ersten PDF/X-Daten erinnern, da war das auch nicht anders. Wenn man den Weg der Datenerstellung und Prüfung ein paar Mal gemacht hat, stellt sich auch schnell die Routine ein.

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